Lärmmessungen


Die Idee

Als unser Verein im August 2025 gegründet wurde, war für uns sofort klar: Wir müssen selbst Lärm messen. Unser Ziel war von Anfang an, vergleichbare und belastbare Lärmmessdaten zu erfassen.

Im November 2025 haben wir auf unserer Infoveranstaltung in Erzhausen erstmals unsere Lärmmessstation vorgestellt: voll digital, netzwerkfähig und mit Anbindung an das Messnetz des Deutschen Fluglärmdienstes e.V. (DFLD). Der vorgesehene Gerätepreis lag bei 240 Euro.

Die Idee stieß auf großes Interesse. Aus den betroffenen Kommunen meldeten sich mehr Interessierte, als zunächst Geräte zur Verfügung standen. Das zeigt, wie groß das Bedürfnis ist, sich mit dem Fluglärm und seinen Folgen auseinanderzusetzen und selbst einen Beitrag zu leisten. Dafür bedanken wir uns herzlich.

Die Umsetzung der Idee bis zum fertigen Produkt hat allerdings mehr Zeit in Anspruch genommen als ursprünglich geplant. In Zusammenarbeit mit dem DFLD konnten wir schließlich im April 2026 eine Lösung erarbeiten und unsere erste Station installieren.

Was ist der Stand heute?

Unsere Messstation wurde technisch überarbeitet und in mehreren Punkten deutlich verbessert. Die ursprünglich eingesetzte Hardware war für die Anforderungen der Datenverarbeitung nicht leistungsfähig genug. Deshalb kommt nun ein Raspberry Pi Zero 2 W als Einplatinencomputer zum Einsatz. Auch Netzteil und SD-Karte wurden entsprechend angepasst. Für das Mikrofon verwenden wir ein Gehäuse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die Mehrkosten von rund 80 Euro übernimmt unser Verein. Für die Interessierten bleibt es also beim bisherigen Preis.

 Bild 1

 Bild 1: Lärmmessstation mit DFLD-Anbindung und DLR-Mikrofon (links), ohne Mikro-Gehäuse (rechts)

Das DLR-Mikrofongehäuse ist nicht für jede Einbausituation geeignet. In solchen Fällen werden die Lärmdaten in gleicher Wertigkeit ohne Mikro-Gehäuse ermittelt. Das Mikrofon ist in beiden Fällen gleich. Die Spannungsversorgung wird über ein leistungsfähiges Steckernetzteil gewährleistet. Wichtig: Für den Betrieb ist unbedingt ein ausreichendes WLAN-Signal im Freien erforderlich.
Wir können mittlerweile unsere Stationen auch im LAN betreiben, d.h. direkt mit einem LAN-Kabel verbinden. Dafür ist jedoch ein Umbau notwendig.


Unsere Stationen im Einsatz

Die gemessenen Pegelwerte unserer Stationen werden beim DFLD veröffentlicht, verarbeitet und archiviert. Zusätzlich lassen sich dort auch die Flugspuren live abrufen. Die Daten sind Eigentum der Stationsbetreiber und dürfen vom DFLD nur mit deren Genehmigung herausgegeben werden.

Folgende Stationen wurden 2026 in Betrieb genommen:

Weiterstadt-Schneppenhausen (Testphase)
Wixhausen-Otilienmühle
Wixhausen-Ost
Erzhausen-West
Erzhausen-Ost
Erzhausen-Süd
Langen-Süd (Testphase)
Egelsbach-Mitte
Egelsbach-Bayerseich
Egelsbach-Bayerseich West
Messel-Nord
Messel-West
Messel-Süd
Messel-Grube
Groß-Zimmern Süd (Testphase)
Groß-Zimmern Mitte (Testphase)

Testphase bedeutet: Die Stationen sind neu installiert, liefern Daten, aber die Freischaltung beim DFLD steht noch aus.


DFLD Flugspuren Live

Unsere Messstationen sind auch in den DFLD-Livedaten sichtbar.

Bild2
Bild 2: DFLD Livedaten

Diese Karte zeigt den aktuellen Flugverkehr sowie die angebundenen Messstationen. Der von den Messstationen gemessene Fluglärm wird dort als dB(A)-Wert in Kreisen dargestellt. Außerdem passen sich Größe und Farbe der Kreise an den gemessenen Wert an.

Egelsbach-Bayerseich

Die Station Egelsbach-Bayerseich ist bereits seit Mitte Oktober 2025 in Betrieb. Bei dieser Station handelt es um eine Experimental-Messstation des DFLD. Hier werden Prototypen unter realen Bedingungen getestet. Bei dieser Station ("System-Zwo") werden Mikrofon und Prozessoreinheit von einander getrennt betrieben. Das Mikrofon kann mit einem beliebig langen RJ45-Kabel installiert werden.

Wie geht’s weiter?

Unser Ziel ist es, entlang der Flugroute Cindy-S den Fluglärm möglichst zuverlässig zu erfassen. Wir prüfen, ob weitere Stationen installiert werden müssen.
Auch die technische Entwicklung der Messstationen geht weiter. Geplant sind unter anderem Modelle mit eigenem ADS-B-Empfänger, kleinere Bauformen und kostengünstigere Varianten.

Auch der DFLD arbeitet intensiv an der Transformation seiner vielen Lärmdaten und wird in naher Zukunft sicherlich für einige Überraschungen sorgen.


Text und Bilder: jh